Moses
11.05.2009, 20:10
Am Anfang ist das Scheitern, so auch in diesem Fall. Das weiße Blatt macht mir einen abweisenden, fast feindseligen Eindruck. Als ob die jungfräuliche Fläche ihre Jungfräulichkeit noch eine Zeit behalten wollte. Schon regt sich mein verzärteltes Gewissen, legt die eine oder andere peinliche Frage vor: Willst du deine unbeholfenen Versuche wirklich zu Papier bringen? Muss dies treffliche Weiß gerade von deinem Geschreibsel geschändet werden? Und was nutzt das überhaupt? Verschwindet es nicht doch wieder in der Endlossammlung deiner Kleinarbeiten? So und ähnlich klagen die Stimmen. Ihnen zur Strafe, zum Trotz und vor allem zur Lehre schreibe ich diese Zeilen.
Mit obiger Einleitung sind jene Bedenken vorerst ausgeräumt, das Gewissen schweigt und lässt mich ungestört Papier bedrucken. Nur warum? Mit welchem Motiv und welchem Sujet? Was treibt zu dieser Tätigkeit? Dies kann hier eingewendet werden, und tatsächlich berührt man damit das heimliche Fragezeichen solcher Beschäftigungen.
Der Theoretiker würde zur Klärung recht weit ausholen und sicherlich noch den alten Goethe bemühen, er würde also eine ausführliche, literarhistorische Antwort geben. Eine spröde Herangehensweise an ein an sich interessantes Thema. Überlassen wir also dem Pragmatiker die Beantwortung. Dieser greift ein ganz alltägliches Moment auf und entwickelt aus diesem seine Gedanken.
Nehmen wir das morgendliche Erwachen in einem warmen Bett. Nehmen wir weiter an, dass uns keine Verpflichtung aufschreckt, wir also genug Zeit und Muße haben.
In solch einer Situation schweifen die Gedanken oftmals zu allerlei Wesen und Begebenheiten und verweilen schließlich bei einer recht hübschen, jungen Person. Wir, und damit sei das männliche Wir gemeint, malen uns das Bild dieser Person ganz lebhaft aus, stellen uns den angenehmen Klang der Stimme vor, denken uns vielleicht eine nette Konversation. Und an besonders interessanter Stelle wird die Einbildungskraft schärfer. Unser Blick wandert von dem anmutigen Gesichte abwärts, würdigt zwei noch anmutigere Busen und wandert weiter abwärts. Schon fügt sich eins zum anderen, in unserem Geiste bahnt sich das Abenteuer seine Wege.
Fast instinktiv schlüpft dabei die Hand unter die Bettdecke und findet dort ein nunmehr strammes Standbein, das sehnsüchtig in die Geschichte einbezogen werden möchte. Der Abenteurer ist dem nicht abgeneigt, ja die Kombination aus lebhafter Einbildungskraft und mechanischer Tätigkeit ergibt ein ganz vorzügliches Vergnügen.
An dieser Stelle seien dem Theoretiker die abschließenden Worte gegönnt. Denn jeder literarische Angriff auf das weiße Papier gleicht diesem morgendlichen Vorgang. Die mechanische Tätigkeit füllt das Papier mit Zeichen, die literarische Tätigkeit füllt es mit Bedeutung. Das Ergebnis ist ein ganz vorzügliches Vergnügen.
Mit obiger Einleitung sind jene Bedenken vorerst ausgeräumt, das Gewissen schweigt und lässt mich ungestört Papier bedrucken. Nur warum? Mit welchem Motiv und welchem Sujet? Was treibt zu dieser Tätigkeit? Dies kann hier eingewendet werden, und tatsächlich berührt man damit das heimliche Fragezeichen solcher Beschäftigungen.
Der Theoretiker würde zur Klärung recht weit ausholen und sicherlich noch den alten Goethe bemühen, er würde also eine ausführliche, literarhistorische Antwort geben. Eine spröde Herangehensweise an ein an sich interessantes Thema. Überlassen wir also dem Pragmatiker die Beantwortung. Dieser greift ein ganz alltägliches Moment auf und entwickelt aus diesem seine Gedanken.
Nehmen wir das morgendliche Erwachen in einem warmen Bett. Nehmen wir weiter an, dass uns keine Verpflichtung aufschreckt, wir also genug Zeit und Muße haben.
In solch einer Situation schweifen die Gedanken oftmals zu allerlei Wesen und Begebenheiten und verweilen schließlich bei einer recht hübschen, jungen Person. Wir, und damit sei das männliche Wir gemeint, malen uns das Bild dieser Person ganz lebhaft aus, stellen uns den angenehmen Klang der Stimme vor, denken uns vielleicht eine nette Konversation. Und an besonders interessanter Stelle wird die Einbildungskraft schärfer. Unser Blick wandert von dem anmutigen Gesichte abwärts, würdigt zwei noch anmutigere Busen und wandert weiter abwärts. Schon fügt sich eins zum anderen, in unserem Geiste bahnt sich das Abenteuer seine Wege.
Fast instinktiv schlüpft dabei die Hand unter die Bettdecke und findet dort ein nunmehr strammes Standbein, das sehnsüchtig in die Geschichte einbezogen werden möchte. Der Abenteurer ist dem nicht abgeneigt, ja die Kombination aus lebhafter Einbildungskraft und mechanischer Tätigkeit ergibt ein ganz vorzügliches Vergnügen.
An dieser Stelle seien dem Theoretiker die abschließenden Worte gegönnt. Denn jeder literarische Angriff auf das weiße Papier gleicht diesem morgendlichen Vorgang. Die mechanische Tätigkeit füllt das Papier mit Zeichen, die literarische Tätigkeit füllt es mit Bedeutung. Das Ergebnis ist ein ganz vorzügliches Vergnügen.