Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Straßenrose
Die traurige Treue
Der Straßenrose, einmal, in dunklen
Tagen, da war schon das Ende
Des Jahrs.
Der Streifen Weiß über
Den Dächern, Vögel hackten
Aufs Pflaster. Brennende Tränen sah ich
Im Rosenaug.
Nimm mir das Netz
Von den Wangen, verschweig den Ort,
Glutlose, herrnlose,
Du traurige Straßenrose.
willi klein
19.10.2008, 17:03
Kann damit leider nicht viel anfangen...
irgendwie ist das Gedicht für meinen Geschmack...mmh... "blutleer", wenig innovativ und nichtssagend...
Bin ich ja gar nicht gewohnt von dir, caty...
Ach, Willi, ich pass mich bloß an.
Herzlich, Caty
Nich' streiten ihr zwei, der Cowboy kann ziemlich schnell ziehen wenn er will, aber ob er dann trifft steht auf einem anderen Blatt...:D
Aber zum Werk, muss auch sagen, hast schon besseres geliefert liebe Caty, irgendwie ohne Gefühl und ziemlich fantasielos
Grüssle
Uriel
Lieber Uriel,
mir gehts leider wie Willi: Auch ich kann mit vielen Gedichten nichts anfangen. Sicher, man kann aus allem mehr herausholen, und das hat auch mit dem Standpunkt des Lesers zu tun, auch er "schreibt mit" am Gedicht. Vielleicht ist die Straßenrose gar keine Rose, sondern eine Metapher für was ganz anderes? Aber mir scheint, genauso achtlos wie die Menschen an einer im Dezember blühenden Rose vorbeigehen, genauso achtlos wird an meiner frierenden Miniatur vorbeigegangen. Die kleine Rose hat ein paar Zeilen verdient, dachte ich mir.
Aber genug der Verteidigung. Nun ja, das große Thema ist es nicht. Aber muss es ja auch nicht immer sein. Oder? Als Ausgleich stelle ich ein "großes Thema", sozusagen ein Trumm von Thema ein, mir tut der Willi ja so leid.
Liebe Grüße, Caty
Hi Caty,
da hast Du natürlich Recht, die Rose im Dezember hat ein paar nette Zeilen verdient, schließlich ist sie etwas wundervolles. Aber sollten diese wärmenden Worte für die frierende Rose, genau aus diesem Grund nicht wohl gewählt und gut überdacht sein, um ihre volle Schönheit zu würdigen und sie in glänzendem Licht dastehen zu lassen?
Oder ist es gar doch die Schuld des vorbeihastenden Passanten der die Schönheit der Rose nicht beachtet weil sein Herz im Orchideengarten nicht nach Rosen sondern nach wirklich großen Orchideen trachtet?
Sicher das tut dem Wunder und der Schönheit einer im Dezember blühenden Rose keinen Abbruch.
Aber Weh dem kleinen Gärtner der die Rose gepflanzt!
willi klein
22.10.2008, 19:59
Uriel... AUS...PFUI...:mad:!
@Caty:
Klingst mir ein wenig resigniert. Vielleicht ist das Gedicht aus dieser Stimmung heraus entstanden? Wer weiß...?
Klar... die Rose kann als Metapher für was auch immer dienen... für etwas Kleines und Schönes (obwohl es in deinem Fall eine traurige Rose ist und daher nicht wirklich schön)...
Was bei mir hier ankommt, ist eine Art Stillleben einer Rose in einer Düsternis mit ein wenig Hintergrundgeräusch, das sich wie Plätschern des Regens anhört...
Doch für was steht die Rose als Metapher...
Für was stehen Blumen im Stillleben? Für Vergänglichkeit? Die Herrlichkeit Gottes?
Oder ist mit der Metapher "Rose" der Verfasser des Gedichtes gemeint, der zuwenig Aufmerksamkeit zu bekommen scheint?
Und wo sind da, verdammt nochmal, die Dornen an der Rose?
Wie soll ich eine kleine Rose ernst nehmen, wenn sie mir nicht im Entferntesten auch nur ein bisschen andeutet, meine Äuglein zu pieksen?
Ich hoffe, du verstehst, was ich damit sagen will...
Wenn nicht, hat es keine weitere Bedeutung...
Laß es doch mal kreativ lyrisch fetzen...
Probier mal was Neues, experimentiere, mach was Verrücktes... trau dich...
Bist du so leicht beeinflußbar...?...
Siehe...
Ach, Willi, ich pass mich bloß an.
Grüße
:D
Uriel, der Mensch tut, was er kann.
Wieso eigentlich "glänzendes Licht"? Da glänzt nichts, im Gegenteil ich versuche die kleine Kostbarkeit aus der "Dunkelheit", dem Unbeachtetsein herauszuholen, und dabei muss man eben sehr aufpassen, dass die Wörter nicht zu groß werden, so eine kleine, zu selbstmörderischer Zeit blühende Rose am Straßenrand ist schließlich keine mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Zuchtrose. Auf komisches Pathos wollte ich es nicht ankommen lassen, der Text musste klein sein, sehr persönlich gehalten. Denn die kleine "Straßenrose" kann durchaus auch ein bettelndes Mädchen oder ein verrotzter Alter am Straßenrand sein, die durch unsere widrigen Zeiten straucheln. Wärest du da mit mir einer Meinung?
Liebe Grüße, Caty
Willi, Gutester, ist ja nett, dass du mich anfeuern willst. Aber dann frag ich mich doch, warum es hin und wieder nicht bei dir selbst fetzt? *gg*
Was die "Dornen" angeht: Selbstverständlich hat auch eine kleine späte Rose ihre Dornen. Das ist so selbstverständlich, weshalb also sollte ich sie also erwähnen? Ich liefere ja keine Bildbeschreibung ab,
sondern meine Gedanken beim Anblick dieses Unglückswurms.
Was meinst du denn mit "leicht beeinflussbar"?
Liebe Grüße, Caty
willi klein
25.10.2008, 21:24
Caty, meine Teuerste...
Willi, Gutester, ist ja nett, dass du mich anfeuern willst. Aber dann frag ich mich doch, warum es hin und wieder nicht bei dir selbst fetzt? *gg*
Nun ja, hin und wieder fetzt es bei mir auch...
Aber hierzu erstmal eine kleine Geschichte, wenn du erlaubst...
Mein Chemielehrer damals hatte die Angewohnheit uns andauernd irgendwelche Experimente mit heftigen Reaktionen vorführen zu wollen...
Selbstverständlich war er dabei sehr vorsichtig, aber leider sehr schrullig...
Erst ging er mit seiner Substanz hin zum Kolben, füllte ein wenig rein, sprang zurück... und...
nichts passierte...
Dies haben wir damals oft erlebt und jedesmal sagte er dazu:"Meine Herrschaften, sie sehen, daß sie nichts sehen..."
Dann sprang er beherzt vor, kippte die ganze Substanz im Reagenzglas in den Kolben mit den Worten "viel hilft viel", so daß es immer dermaßen krachte, daß wir uns danach unter den Tischen hervorarbeiten mußten...
Damals habe ich den Satz, "Dosis sola venenum facit" (die Menge macht das Gift, oder so) von Paracelsus erst so richtig verstanden...
Was die "Dornen" angeht: Selbstverständlich hat auch eine kleine späte Rose ihre Dornen. Das ist so selbstverständlich, weshalb also sollte ich sie also erwähnen? Ich liefere ja keine Bildbeschreibung ab,
sondern meine Gedanken beim Anblick dieses Unglückswurms.
Du kannst hier nicht davon ausgehen, daß jeder sofort versteht, was du meinst. Der Begriff "Rose" impliziert nicht notwendig den Begriff "Dornen", denn es gibt auch Rosen ohne Dornen...
Deine Gefühle bei dem Anblick des ominösen "Unglückswurmes", kommen bei mir leider im Gewand einer Bildbeschreibung an...
Du schreibst nicht über deine Gefühle, sondern über eine trauernde Rose...
Viele laufen sicherlich achtlos an einer kleinen einsamen Straßenrose vorbei, doch diese Beschreibung rührt mich nicht an...
denn ich weiß, daß viele an einer kleinen Straßenrose vorbeilaufen. Was mir bei deinem Gedicht fehlt, ist die Hervorhebung deiner Empfindungen bei diesem entsprechenden Anblick...
Das ist der Draht zu den Vorbeilaufenden, oder weißt du einen besseren...?
Das mit dem "beeinflußen"...
Na ja, wenn du schreibst, "du paßt dich nur an", läßt es darauf schließen, daß du die Konfrontation scheust und dich "anpaßt". Der Weg des geringsten Widerstandes, oder so...
Wo bleiben da die Dornen der Rose?
Grüße
Willi, Willi, Willi. Lass es nicht drauf ankommen, ich kann ganz schön pieken, wenn ich will.
Was aber die Menge angeht: Bei mir ist es so, dass nur jedes dritte Gedicht wirklich was wird. Also, ich gesteh ein und erröte noch nicht einmal dabei, dass das meiste, was ich schreibe, absoluter Mist ist. Ich habe schon einen ganz hübschen Misthaufen angesammelt. Aber auch Mist hat seine Lebensberechtigung, denke ich mal.
Um aber mal auf die "Gedanken" beim Anblick der Straßenrose zu kommen: Natürlich sind sie dabei, sie drücken sich in der Autorensicht aus, ich bin aber auch der Meinung, dass sie nicht unbedingt ausgesprochen werden müssen, um anwesend zu sein. Denn die Gedanken entstehen ja vor allem im Leser oder sollten es zumindest tun, als Autorin leiste ich da nur begrenzt Vorarbeit. Aber ich will das Gedicht wirklich nicht verteidigen, hab schon Besseres geschrieben, aber so janz dolle mies ist es nun auch wieder nicht. Meine kleine traurige Straßenrose, eiei ...
Herzlich, Caty
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