El Patron
26.11.2008, 02:13
Der Verlust
Die Buchstabensuppe war nun dünn. Nicht aufgrund der kollateralen Diät im gesamten Yuppietum, nicht wegen Gewässerverunreinigung, Ökobilanzen, Suppendichteskalen oder senilen Leuten, die gerne in Buchstabensuppen spucken. Nein, sie war nie dicker. Der Koch dieser Suppe, erwähnt sei er nur durch seine disruptive Körperfülle und dem wohlsüffigen Fingerschweiß, der sich beim Bereiten des Liebstöckels mit demselbigen vermengt, fühlte sich Zeit seines Lebens dem Lesen ohnmächtig. Er ist Analphabet. Beim Bereiten eben dieser Suppe und auch rein rechtlich folgend, trifft den Herrn mit der Kelle keine Schuld, diese Suppe verdünnt, gar falsch zubereitet zu haben. Die Küchenklingel spielt hier nun die Schlüsselrolle. Das Becherchen mit dem simultan zur Augenbrauenwelle des Kellners zu der netten jungen Dame an der Bar schwingenden ungewöhnlich dünnem Inhalt prallte auf dem Tablett des Beschäftigten. Er balancierte, der Blick starr auf der Dame mit dem weißen Lächeln, seine Aufmerksamkeit nicht aus und übersah die Misere. Es folgte ein inszeniertes Tänzeln zum Gast an Tisch 4, ein unsensibler, aber drangsaliert gekonnter Schwung des Warmwassers auf den Tisch und zwischen die viel zu kalten Hände des Gastes an Tisch 4.
Der Kellner tritt nun ab, schwingt seinen symbolischen Arsch zum Eis-Crasher und wirbelt die Gin- und Wodkaflaschen als würde er nichts anderes zum Angeben haben. Am anderen Ende des Cafes, genauer an Tisch 4, sitzt der Suppenfreund und benetzt den polierten Löffel mit einer aschfaden Gewürzmentalität und der ungewöhnlich dünnen Konsistenz der Brühe. Es endet in einem degradierenden Finale, er beschwert sich lauthals und ohne Unterlass, dass ihm die Suppe zu dünn wäre, nimmt die Schale und torpediert sie gegen die Wand. Das Porzellan explodiert und eröffnet ein Meer aus heißen Tränen, das vom Stuck bis zum Parkett alles in ihre Geschmacklosigkeit zieht. An Tisch 4 sitzt nörgelnd ein einsamer Mann, dem der nahezu einfachste Wunsch nicht erfüllt wurde, am Thresen sitzt die Stadtschlampe und steht vor der Planung einer neuen Bettbekanntschaft, in der Küche hockt der Koch vor einem Schreibblock und kritzelt seinen Vor- und Zunamen, aber dennoch sind sie unwissend. Ob nun stupide, verflochten in Anderweitiges oder enttäuscht und sinnierend, alle haben nicht bemerkt, dass Ihnen Buchstaben fehlen, schleichend fortwandern, und in einer Satire kurzerhand indexikalisch entfernt wurden.
Wieder eine journalistische Übung. Ausgangspunkt war das Wort "Buchstabensuppe" und "Extrapolation".
Die Buchstabensuppe war nun dünn. Nicht aufgrund der kollateralen Diät im gesamten Yuppietum, nicht wegen Gewässerverunreinigung, Ökobilanzen, Suppendichteskalen oder senilen Leuten, die gerne in Buchstabensuppen spucken. Nein, sie war nie dicker. Der Koch dieser Suppe, erwähnt sei er nur durch seine disruptive Körperfülle und dem wohlsüffigen Fingerschweiß, der sich beim Bereiten des Liebstöckels mit demselbigen vermengt, fühlte sich Zeit seines Lebens dem Lesen ohnmächtig. Er ist Analphabet. Beim Bereiten eben dieser Suppe und auch rein rechtlich folgend, trifft den Herrn mit der Kelle keine Schuld, diese Suppe verdünnt, gar falsch zubereitet zu haben. Die Küchenklingel spielt hier nun die Schlüsselrolle. Das Becherchen mit dem simultan zur Augenbrauenwelle des Kellners zu der netten jungen Dame an der Bar schwingenden ungewöhnlich dünnem Inhalt prallte auf dem Tablett des Beschäftigten. Er balancierte, der Blick starr auf der Dame mit dem weißen Lächeln, seine Aufmerksamkeit nicht aus und übersah die Misere. Es folgte ein inszeniertes Tänzeln zum Gast an Tisch 4, ein unsensibler, aber drangsaliert gekonnter Schwung des Warmwassers auf den Tisch und zwischen die viel zu kalten Hände des Gastes an Tisch 4.
Der Kellner tritt nun ab, schwingt seinen symbolischen Arsch zum Eis-Crasher und wirbelt die Gin- und Wodkaflaschen als würde er nichts anderes zum Angeben haben. Am anderen Ende des Cafes, genauer an Tisch 4, sitzt der Suppenfreund und benetzt den polierten Löffel mit einer aschfaden Gewürzmentalität und der ungewöhnlich dünnen Konsistenz der Brühe. Es endet in einem degradierenden Finale, er beschwert sich lauthals und ohne Unterlass, dass ihm die Suppe zu dünn wäre, nimmt die Schale und torpediert sie gegen die Wand. Das Porzellan explodiert und eröffnet ein Meer aus heißen Tränen, das vom Stuck bis zum Parkett alles in ihre Geschmacklosigkeit zieht. An Tisch 4 sitzt nörgelnd ein einsamer Mann, dem der nahezu einfachste Wunsch nicht erfüllt wurde, am Thresen sitzt die Stadtschlampe und steht vor der Planung einer neuen Bettbekanntschaft, in der Küche hockt der Koch vor einem Schreibblock und kritzelt seinen Vor- und Zunamen, aber dennoch sind sie unwissend. Ob nun stupide, verflochten in Anderweitiges oder enttäuscht und sinnierend, alle haben nicht bemerkt, dass Ihnen Buchstaben fehlen, schleichend fortwandern, und in einer Satire kurzerhand indexikalisch entfernt wurden.
Wieder eine journalistische Übung. Ausgangspunkt war das Wort "Buchstabensuppe" und "Extrapolation".