Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gedicht Blues
Ich betrachte das Zimmer.
Die Erinnerung ruft einen Namen.
Es ist leer wie immer.
Nur noch Bilder in leeren Rahmen.
Eine Gitarre hängt an der Wand.
Die Erinnerung schreit voll Hohn.
Ich nehme sie in die Hand.
Nur noch ein lautloser Ton.
Ich stell sie zur Seite und schließe die Tür,
Ich krieche gen Seele und will weg von hier.
Ich schlage den Pfad ein, den niemand vergisst,
Der so wie ich, deinen Blues hier vermisst.
Hi Vidar,
ich bin absolut zwiegespalten, wenn ich deinen Text lese. Er enthält Teile die mir seeehr gut gefallen, an anderen stoße ich mich etwas. Ich weiß nicht genau, wie offen ich bei dir sein darf?
Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass dein Text sich im Paarreim flüßiger lesen lassen würde. Ich habe zwar auch mal gehört das dieser eher für humoristischere Gelegenheiten gebraucht würde, doch habe ich zwischenzeitlich schon einige wirklich berührende Gedichte im Paarreim gelesen, die in keiner Weise humorig sein sollten.
Falls du Interesse haben solltest, dann schreib zurück und ich zeige dir wie ich es meine?
Eine kleine Frage...der letzte Satz gehört zu den Teilen deines Gedichtes die mir wirklich gefallen...warum hast du ihn so viel kleiner geschrieben als den Rest?
Bin neugierig....
viele Grüße
anduril
Nur zu, Kritik ist immer erwünscht.
Falls da bei dir irgendwelche Unterschiede in der Formatierung zu jetzt waren, so waren sie rein zufällig und nicht beabsichtigt.
druckfehler
27.01.2009, 21:41
Ich finde das Reimschema nicht problematisch. Ich glaube, dass es eher am etwas unregelmäigen Metrum liegt, dass es sich nicht so flüssig liest. Aber gerade das erzeugt eine Stimmung, die wie ich finde ganz gut zum Thema passt.
Besonders gut gefällt mir die Parallelität der Gitarre und der Erinnerung:
Eine Gitarre hängt an der Wand.
Die Erinnerung schreit voll Hohn.
Ich nehme sie in die Hand.
Nur noch ein lautloser Ton.
Ich stell sie zur Seite und schließe die Tür,
Das danachfolgende "sie" kann sich ja auf beide beziehen. Schönes Stilmittel, ds gleichzusetzen.
Lieber Vidar,
entschuldige meine verspätete Antwort...aber um ehrlich zu sein, habe ich dein Gedicht nicht mehr direkt gefunden, weil ich meine Abos noch nicht richtig eingestellt hatte...
so denn, bitte nicht böse sein...ist nur ein Versuch....
Ich betrachte das Zimmer.
Es ist leer wie immer.
Die Erinnerung ruft einen Namen.
Nur noch Bilder in leeren Rahmen.
Eine Gitarre hängt an der Wand.
Ich nehme sie in die Hand.
Die Erinnerung schreit voll Hohn.
Nur noch ein lautloser Ton.
Stelle sie zur Seite und schließe die Tür,
Ich krieche gen Seele nur weg von hier.
Schlage den Pfad ein, den niemand vergisst,
Der so wie ich, deinen Blues hier vermisst.
Die letzte Strophe habe ich nicht umgestellt da du hier ja bereits mit dem Paarreim arbeitest, wenn auch die ersten zwei Zeilen bestenfalls ein unsauberer Reim sind...tut der Lesefreude bei mir jedoch keinen Abbruch weil mir gerade die letzte Strophe gefällt. Das einzige was ich daran verändert habe, sind die Wiederholungen von "ich" in den Zeilenanfängen... (und habe versucht die Zeilen die länger als die ersten Strophen waren ein wenig anzupassen)
bitte sieh es nicht als Bevormundung, es ist und bleibt dein Baby...in den anderen Foren in denen ich bisher war, wurde man angehalten bei Kritiken auch Vorschläge zu unterbreiten....
liebe Grüße
anduril
Mae govannen Anduril!
Zunächst einmal will ich mich mal ganz artig für deine konstruktive Kritik bedanken: Danke!^^
Sodele, nu aber ans Eingemachte.
Ich finde der Paarreim bewirkt, dass man zu sehr durch den Text fliegt. Was meiner Meinung nach dem Ganzen die Stimmung nimmt.
Des weiteren wird dadurch vor allem in der zweiten Strophe einiges an Interpretationsmöglichkeiten genommen. Wie druckfehler erkannt hat, kann man gegen Ende nicht mit letzter Gewissheit sagen, ob ich mich auf die Gitarre oder die Erinnerung beziehe (das ist ab Strophe 2, Vers 3 so).
Die Erinnerung wird von mir zu einem Gegenstand gemacht, sie wird fassbar.
Deine Umstellung würde diesen Aspekt außer Acht lassen.
Der deutliche Bruch was das Reimschema und die Zeilenlänge angeht bzgl. Strophe 3 sollte die inhaltliche Veränderung wiedergeben. Ebenso die Anapher am Versanfang.
In den ersten beiden Strophen hat das Lyrische Ich einen noch eher passiven, betrachtenden Charakter. In der dritten Strophe wird es allerdings aktiver, wenn auch in sich zurückgezogener. Das Zurückziehen steht auch wieder dem Beobachtenden/Betrachtenden der ersten beiden Strophen gegenüber.
Ich hoffe, ich konnte dir meine Art der Darstellung etwas näher bringen.
Und keine Angst, ich sehe das nicht als Bevormundung.^^
Navaer,
Vidar
P.S.: Ich weiß...mein Sindarin ist grauenhaft. :D
@druckfehler: Danke für die Blumen. Schön ein Lob zu hören.^^
druckfehler
06.02.2009, 22:26
ich fände auch, dass die Paarreime dem Gedicht seinen Reiz nehmen würden. Denn dann klingt es plötzlich sehr viel dilettantischer. Das nimmt dem Blues einfach den Blues. Erstaunlich, was so eine kleine Reimschemenänderung bewirken kann.
Wie dem auch sei, ich finde es erfrischend, dass du konkrete Änderungsvorschläge machst, anduril.
vBulletin® v3.7.2, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.